Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten zwei Gruppen deutscher Forscher an der Entwicklung von Techniken für die drahtlose Kommunikation. Die eine Gruppe bei AEG unter der Leitung von Adolf Slaby und Georg Graf von Arco entwickelte Systeme für die Kaiserliche Marine, die andere unter Karl Ferdinand Braun bei Siemens für die Bundeswehr. Ihr Hauptkonkurrent war die britische Marconi Company.

Als es zu einem Patentstreit zwischen den beiden Unternehmen kam, forderte Kaiser Wilhelm II. beide Parteien zur Zusammenarbeit auf und gründete am 27. Mai 1903 das Gemeinschaftsunternehmen Gesellschaft für drahtlose Telegraphie System Telefunken mit den in sie investierten strittigen Patenten und Techniken. Am 17. April 1923 wurde sie in Telefunken, The Company for Wireless Telegraphy, umbenannt. Telefunken war die Telegrafenadresse des Unternehmens. Der erste technische Leiter von Telefunken war Graf Georg von Arco.

Telefunken entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Akteur im Bereich Radio und Elektronik, sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich. Während des Ersten Weltkriegs lieferten sie Funkgeräte und Telegrafenausrüstung für das Militär und bauten eines der ersten Funknavigationssysteme für die Zeppelin-Truppe. Der Telefunken Kompass Sender war von 1908 bis 1918 in Betrieb und ermöglichte es den Zeppelinen, bei jedem Wetter durch die Nordsee zu navigieren.

Ab 1923 baute Telefunken Rundfunksender und -geräte. 1928 schrieb Telefunken Geschichte, als er den Verstärker V-41 für das Deutsche Funknetz entwarf. Dies war der allererste zweistufige “Hi-Fi”-Verstärker. Im Laufe der Zeit perfektionierte Telefunken sein Design und 1950 wurde der Verstärker V-72 entwickelt. Die TAB (ein Fertigungslieferant von Telefunken) V-72 wurde bald bei anderen Radiosendern und Aufnahmeeinrichtungen beliebt. Der V-72S war der einzige Verstärker, der in der REDD.37 Konsole zu finden war, die von den Beatles der Abbey Road Studios bei vielen ihrer frühen Aufnahmen verwendet wurde. Im Jahr 1932 wurde die Produktlinie um Plattenspieler erweitert.

1941 übertrug Siemens seine Telefunken-Anteile im Rahmen der so genannten “Telefunken-Settlement” an die AEG, so dass die AEG alleiniger Eigentümer wurde und Telefunken als Tochtergesellschaft weiterführte (ab 1955 als “Telefunken GmbH” und ab 1963 als “Telefunken AG”).

Während des Zweiten Weltkriegs lieferte Telefunken Vakuumröhren, Sender und Richtfunksysteme und entwickelte Funkmess-Anlagen (später von der US-Marine als Radargeräte bezeichnet) und Peilgeräte im Rahmen der deutschen Luftverteidigung gegen Bomben. Während des Krieges wurden Produktionsstätten in den Westen Deutschlands verlagert und entwickelt oder verlagert. So wurde Telefunken unter AEG zur kleineren Tochtergesellschaft mit den drei Geschäftsbereichen Neuausrichtung und Datenverarbeitungstechnik, Elemente sowie Rundfunk, Fernsehen und Phono. Telefunken war auch der Erfinder des FM-Radiosystems. Telefunken war über die Tochtergesellschaft Teldec (ein Joint Venture mit Decca Records) viele Jahrzehnte lang eine der größten deutschen Plattenfirmen, bis Teldec 1988 an WEA verkauft wurde.

1959 gründete Telefunken in Heilbronn ein modernes Halbleiterwerk, wo im April 1960 die Produktion begann. Das Werk wurde mehrmals erweitert, und 1970 wurde am Nordrand des Gebietes ein neues, 6-geschossiges Gebäude errichtet. Anfang der 70er Jahre waren dort rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigt.

1967 wurde Telefunken mit der AEG fusioniert, die dann in AEG-Telefunken umbenannt wurde. Anfang der 1960er Jahre entwickelte Walter Bruch für das Unternehmen das Farbfernsehsystem PAL, das in den meisten Ländern der westlichen Hemisphäre (außer den USA, Kanada, Mexiko und dem westlichen Teil Südamerikas) eingesetzt wird. PAL ist im Vereinigten Königreich (PAL-I) und mit Ausnahme von Frankreich in vielen anderen europäischen Ländern vertreten – auch in Brasilien (PAL-M), Argentinien (PAL-N), Südafrika, Indien und Australien.

Der Großrechner TR 4[2] wurde bei Telefunken fernseher auf werkseinstellung zurücksetzen in Backnang und das Modell TR 440[de] bei Telefunken in Konstanz entwickelt, darunter 1968 die erste kugelbasierte Maus Rollkugel[3] Die Computer waren von den 1970er bis etwa 1985 in vielen deutschen Hochschulrechenzentren im Einsatz. Die Entwicklung und Herstellung von Großcomputern wurde 1974 in die Konstanzer Computergesellschaft (CGK) ausgegliedert. Die Produktion von Mini- und Prozessrechnern wurde in die Abteilung Automatisierungstechnik der AEG integriert. Als AEG 1985 von Daimler gekauft wurde, wurde “Telefunken” aus dem Firmennamen gestrichen.

1995 wurde Telefunken an die Tech Sym Corporation (Eigentümer der Continental Electronics Corporation of Dallas) für 9 Millionen Dollar verkauft. Telefunken blieb jedoch ein deutsches Unternehmen.[4]

In den 1970er und frühen 1980er Jahren war Telefunken auch maßgeblich an der Entwicklung hochwertiger Audio-Rauschunterdrückungssysteme beteiligt, darunter telcom c4[de] (gemarkt seit 1975), High Com (gemarkt seit 1978), High Com II, High Com III, High Com FM und CX (1982).

2005 ändern sich die Telefunken Sender Systeme Berlin.

Standorte und Produktionsstätten
Bis in die 1930er Jahre hinein wurde nach einem Händler in den Werkstätten der beiden Muttergesellschaften produziert. Der Firmensitz war in Berlin Kreuzberg, Hallesches Ufer 30 (1918-37).

Die ersten kommerziell hergestellten elektronischen Fernsehgeräte mit Kathodenstrahlröhre wurden 1932 von Telefunken in Berlin hergestellt,[5].

Ab 1938 wurden die Fertigungs- und Entwicklungswerke am neuen Hauptsitz (bis 1945) in Berlin Zehlendorf, Goerzallee, konzentriert.

Während des Zweiten Weltkriegs gab es weitere Produktionsstätten im Raum Berlin, in Thüringen, Sachsen, Mähren, Schlesien, auf Rügen. Darüber hinaus wurden in den baltischen Ländern Tallinn und Riga sowie in den besetzten Gebieten Polens unter Krakau und Łódź Floats und Werke eingerichtet. Die Vakuumröhrenfabrik Łódź wurde im August 1944 mit den Mitarbeitern nach Ulm (Festung Wilhelmsburg) verlegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden neue Firmenstandorte für Entwicklung und Produktion aufgebaut. Der Firmensitz befand sich zunächst in Berlin-Schöneberg (1945-48), dann in Berlin-Kreuzberg (1948-52), Berlin-Moabit (1952-60) und Berlin Charlottenburg (1960-67).

Die Produktionsstätten befanden sich in:

Hannover, Göttinger Chaussee 76: Verwaltungsgebäude (1959/1960) der ehemaligen Telefunken Fernseh und Rundfunk GmbH (unter Denkmalschutz), rechts neben der ehemaligen Huth Apparatefabrik (1940/1941)
Backnang: Fernkommunikations- und Kabeltechnik (jetzt Tesat-Spacecom)
Berlin-Moabit, Sickingenstr. 20-26: Rundfunk- und Fernsehsender, Mobilfunk (seit 2005 Transradio SenderSysteme Berlin AG, später einfach nur Transradio genannt)
Berlin-Moabit, Sickingenstr. 71: Rohre (seit 2005: JobCenter Berlin Mitte, Arbeitsagentur)
Berlin-Wedding (aktuell: Gesundbrunnen), Schwedenstr…: Rundfunkgeräte, Phono- und Kassettendecks, Videorekorder, Videodisc-Player
Celle: Farbfernseher (1966-1997), Gebäude komplett abgerissen 2001/2002
Eiweiler: Hochfrequenztechnik
Hannover, Göttinger Chaussee 76: Rundfunk- und Fernsehgeräte, Akustiktechnik (bis 1973)
Heilbronn: Halbleiter, Schaltungen, Solarzellen, Infrarotmodule (1998-2008 Atmel; seit 2009 Telefunken Semiconductors GmbH & Co. KG (Tochtergesellschaft der Tejas Silicon Holdings, UK; Insolvenz von Telefunken Semiconductors im April 2013)
Konstanz: Computertechnik, Briefsortiersysteme, Zeichenerkennungstechnik, Flugsicherungssysteme, Studioband-Decks, Geldautomaten, etc.
Offenburg: Fernkommunikationstechnologien
Osterode am Harz (ehemaliges kubanisch-kaiserliches Werk): Videokassettenrecorder
Ulm, Donautal: Fernsehbildröhren
Ulm, Elisabethenstraße: Radar, Funkortung, Detektionsgeräte, Sprach- und Datenfunksysteme, Forschungszentrum (2000: EADS Racoms – Funkkommunikationssysteme; dann Cassidian, Teil von EADS Defence & Security, heute Airbus Defence and Space)
Ulm, Söflinger Straße: Rohre
Wolfenbüttel: Elektroakustik (ab 1973)